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Digitalisierung und Industrielle Innovation

Die chinesische Wirtschaft steckt in einer entscheidenden Umbruchsphase: Das alte Wachstumsmodell – die „Werkbank der Welt“ – funktioniert nicht mehr. Die Löhne steigen, Exporte und Investitionen können das dringend notwendige Wirtschaftswachstum nicht mehr garantieren. Wenn Strukturreformen gelingen, hat China beste Aussichten, im 21. Jahrhundert zur führenden Wirtschafts- und Technologiemacht aufzusteigen. Unzureichende Reformen oder eine ernsthafte Wirtschaftskrise werden China hingegen ins Mittelmaß führen – oder gar an den Rand des Zusammenbruchs. Das Programm Wirtschaft und Technologie analysiert den wirtschaftlichen Umbruch und konzentriert sich auf drei große Trends:

Skyline of a city in China

Krisenanzeichen und Wirtschaftsreformen

Der wirtschaftliche Abwärtsdruck bringt Realwirtschaft und Finanzmärkte ins Wanken. Die chinesische Führung muss mit ihrer umfassenden Reformagenda aus dem Jahr 2013 noch unter Beweis stellen, ob sie die Wirtschaft für die neuen Herausforderungen gut genug aufstellen kann. Je stärker die chinesische Wirtschaft jedoch in eine Krise abgleitet, desto größer die Gefahr, dass kurzfristige Belange in den Vordergrund rücken und Reformen behindern. Das würde den Wandel zur Dienstleistungs- und Innovationsökonomie gefährden. Die ehrgeizigen Wachstumsziele, die sich China gesetzt hat, gerieten in Gefahr. Und die technologische Aufholjagd müsste China verloren geben, bevor sie richtig begonnen hätte.

Digitalisierung der Wirtschaft

Industrielle Innovation

Allen Krisenanzeichen zum Trotz: Der digitale Wandel Chinas schreitet schnell voran. Aus dem Nichts tauchen dynamische Start-ups auf. Chinas Internetunternehmen wie Xiaomi oder Alibaba hinterfragen etablierte Wirtschaftsstrukturen. Wie die Vernetzung aller Wirtschafts- und Lebensbereiche, das Internet der Dinge, die chinesische Wirtschaft und Alltagswelt verändert, ist eine der großen Zukunftsfragen. Mehr als viele andere Regierungen hat Chinas Führung früh den wirtschaftlichen Nutzen von E-Commerce und moderner IT-Technologien erkannt. Unter dem Schlagwort Internet Plus fördert sie Vernetzung und Informatisierung traditioneller Industrien. Doch sie setzt die neuen technischen Möglichkeiten durch Online-Services und Big Data auch dazu ein, die Wirtschaft strikter zu regulieren und zu steuern. Der Aufbau eines umfassenden „Gesellschaftlichen Bonitätssystems“ ist ein wichtiger strategischer Baustein dieser Strategie.

Die flächendeckende Modernisierung der Industrie steht im Zentrum der Innovations- und Industriestrategie Chinas. Das Land will zum globalen Taktgeber bei Innovationen und fortschrittlichen Technologien werden. Mit dem Modernisierungsprogramm „Made in China 2025“ will Beijing die Industrie zu mehr Produktivität und Qualität bringen. Automatisierungstechnologien und intelligente Produktionsnetzwerke – bekannt unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ – werden immer wichtiger. Gleichzeitig steckt die Politik enorme Mittel in die Förderung strategisch wichtiger Technologien wie IT, Elektromobilität und erneuerbare Energien. Der Rückstand zu führenden multinationalen Unternehmen ist in vielen Industrien weiterhin riesig, doch der Aufholprozess gewinnt an Fahrt.

Publikationen und Neuigkeiten aus diesem Bereich

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