Wang Yi and Suu Kyi
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China Briefing
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China hält sich in Aussagen zu Militärputsch in Myanmar zurück

Die Fakten: Nach dem Militärputsch des Militärs in Myanmar hält sich Beijing mit Kritik an den beteiligten Generälen bislang zurück. Während aus anderen Ländern scharfe Kritik kam, reagierte Beijing bisher verhalten. China blockierte die Bemühungen um eine kritische Erklärung im UN-Sicherheitsrat. Die parteistaatliche Nachrichtenagentur Xinhua beschrieb die Entwicklungen in Myanmar als eine "große Kabinettsumbildung". Das Außenministerium erklärte, China versuche die Situation zu verstehen, und rief zu Ruhe und Stabilität auf – es führte dabei das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder an.

Der Blick nach vorn: Der Putsch ist keine gute Nachricht für China. Denn es verfolgt klare strategische und wirtschaftliche Interessen in Myanmar - nicht zuletzt wegen des China-Myanmar-Wirtschaftskorridors, der Teil der Neuen Seidenstraße (BRI) ist. China hat Interesse daran, dass die Lage in Myanmar stabil und das Land in die internationale Gemeinschaft integriert bleibt. In den vergangenen Jahren hatte Beijing auch enge Beziehungen zu Aung San Suu Kyi und ihrer Partei gepflegt. Jetzt muss China eine neue Allianz mit dem Militär schmieden, einem in der Vergangenheit schwierigen Partner. 

MERICS-Analyse: „Chinas Beziehungen zu Myanmar stehen und fallen nicht ausschließlich mit den dortigen Machtverhältnissen –Beijing wäre wohl auch bereit, mit den Generälen zu verhandeln. Die verhaltene Reaktion auf den Putsch deutet auch darauf hin, dass Beijing nicht mit radikalen Kurswechseln des Militärs glaubt. Eine andauernde Instabilität, Sanktionen oder eine internationale Isolierung Myanmars könnte für China aber kostspielig werden.“ MERICS-Expertin Helena Legarda.

Medienberichte und Quellen:

Dieser Beitrag erschien im MERICS China Briefing vom 11. Februar 2021.