China's President Xi Jinping (C) gives a speech at a SCO+ format meeting of the Shanghai Cooperation Organisation (SCO) summit in Bishkek, Kyrgyzstan on Tuesday on September 1, 2026
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SCO-Gipfel + Gletschereinsturz im Himalaya + Auftrags-Hacking

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China steht hinter dem Iran, jedoch nicht zu hochrangigem Austausch beim SCO-Gipfel

Der Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) in Bischkek in dieser Woche hat Chinas Balanceakt in Bezug auf seine Beziehungen zum Iran offengelegt: die aus zehn Ländern bestehende Gruppe verurteilte erneut die Militärschläge gegen das Mitgliedsland Iran; zugleich vermied jedoch Xi Jinping ein formelles bilaterales Treffen mit Präsident Masoud Pezeshkian. Während iranische Medien berichteten, dass die beiden Staatschefs sich in Kirgistan kurz unterhalten hätten, gab die chinesische Regierung keinerlei Details dazu bekannt. Dies deutet auf ein sorgfältiges diplomatisches Austarieren hin: Einerseits will Beijing eine weitere Konfrontation mit Washington vermeiden und das Risiko eingrenzen, wichtige Handelspartner wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien in der Golfregion vor den Kopf zu stoßen. Andererseits hält es an seiner Unterstützung für den strategisch und wirtschaftlich wichtigen Partner Iran fest.

China hat während der vergangenen Wochen Washingtons Drohungen, Sanktionen gegen Irans Handelspartner zu verhängen, entschieden zurückgewiesen und erklärt, es werde seine Interessen „entschlossen verteidigen“. Die jüngsten Entwicklungen in Bischkek deuten jedoch darauf hin, dass China seine Beziehungen zu Teheran aufrechterhalten will, ohne sich dabei unnötig als geopolitischer Störfaktor in den Vordergrund zu rücken – zumal Xi voraussichtlich Ende September in Washington mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen wird. In der Zusammenfassung der chinesischen Regierung zum SCO-Gipfel wurden lediglich Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem kirgisischen Präsidenten Sadyr Japarow sowie Amtskollegen aus der Mongolei und Usbekistan erwähnt. Der iranische Präsident war in Bischkek dennoch sichtlich präsent und trat gemeinsam mit Xi, Putin, dem indischen Präsidenten Narendra Modi und anderen regionalen Staats- und Regierungschefs auf.

Chinas zurückhaltendes Vorgehen gegenüber dem Iran war jedoch nur ein einzelner Aspekt des Gipfeltreffens, das vor allem die wachsende Identität der SCO als Forum für nicht-westliche Zusammenarbeit unterstrich – eine Entwicklung, die viele Mitglieder, darunter auch der Iran, entschlossen vorantreiben wollen. Das Treffen in Bischkek stand im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums der SCO und schloss mit rund 30 erzielten Abkommen über Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Kultur. Zu den konkreteren Ergebnissen zählten Fortschritte bei Verhandlungen zum SCO-Drogenbekämpfungszentrum sowie bei der geplanten SCO-Entwicklungsbank, deren Gründung auf dem Gipfel in Tianjin im vergangenen Jahr vereinbart worden war. Da diese Projekte jedoch bereits lange in Vorbereitung sind, während wichtige Details weiterhin ungeklärt bleiben, bleibt die bekannte Kritik bestehen, dass die SCO weit mehr diplomatische Erklärungen als greifbare Ergebnisse hervorbringt.

"Chinas Iran-Politik spiegelt ein sorgfältiges Austarieren unterschiedlicher Interessen wider. Peking möchte die strategischen und wirtschaftlichen Vorteile der Beziehungen bewahren, hat jedoch wenig Interesse daran, in den Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hineingezogen zu werden."
Eva Seiwert, Senior Analyst, MERICS

Medienberichte und Quellen:

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Um diesen Betrag stiegen die Aktien von Unitree Robotics an ihrem ersten Handelstag am Shanghai STAR Market am 19. August. Der Hersteller von Robotern und humanoiden Robotern veräußerte etwas mehr als 40 Millionen Aktien zu einem Erstemissionspreis (IPO) von 150,80 CNY an Investoren und nahm damit insgesamt 6,1 Milliarden CNY (905 Millionen USD) ein. Die Unitree-Aktie eröffnete anschließend mit einem Wert von 1.110 CNY, wodurch das Unternehmen kurzzeitig mit 66 Milliarden USD bewertet wurde. Der Börsengang war bei Privatanlegern massiv überzeichnet, was auf eine Mischung aus Technologie-Hype, massiver staatlicher Unterstützung für die noch junge Robotikindustrie und begrenzte Anlagealternativen zurückzuführen war. Seit seinem Eröffnungshoch ist der Kurs von Unitree-Aktien um etwa 45 Prozent gefallen, was Befürchtungen hinsichtlich einer Spekulationsblase nährt. Da die Aktien am 3. September bei rund 615 CNY gehandelt wurden, betrug die Marktkapitalisierung von Unitree jedoch immer noch das Vierfache der Bewertung zum Zeitpunkt des Börsengangs. Sie lag bei 37 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu den neun Milliarden US-Dollar zuvor. (Quelle: Reuters)

THEMEN

Tödlicher Gletschereinsturz wird zum Prüfstand für Chinas Entwicklungspläne in Tibet

Der Gletschereinsturz im Himalaya, der verheerende Sturzfluten in Nepal und der Autonomen Region Tibet in China ausgelöst hat, hat Beijings Entwicklungspläne in der Region schwer beeinträchtigt: das Gebiet sollte im Rahmen der „Belt and Road“-Initiative als Wirtschaftskorridor in Richtung Südasien erschlossen werden. Der Grenzübergang Gyirong Port und die dorthin führende Straße wurden zerstört; die chinesischen Behörden meldeten bislang 21 Tote und 541 Vermisste sowie schwierige Rettungsbedingungen aufgrund von Hochwasser und schlechtem Wetter. Sowohl der 14. als auch der 15. Fünfjahresplan für Tibet kennzeichnen Gyirong als strategisch auszubauenden Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt. Zugleich fordern die Pläne eine verstärkte Sicherheitsinfrastruktur in diesem strategisch sensiblen Grenzgebiet. Diese Maßnahmen sind Teil umfassender Bemühungen Beijings, Tibet zu integrieren. Dazu gehört unter anderem auch die „Sinisierung“ der Region.

Die Katastrophe kam nicht ohne jede Vorahnung. China und Nepal hatten Gletschereinstürze bereits als eines der größten lokalen Risiken identifiziert und Systeme zur Überwachung von Gletscherseen sowie zur Frühwarnung vor geologischen Gefahren eingerichtet – dennoch traf die Katastrophe vom 26. August die Behörden unvorbereitet. Der nepalesische Außenminister Shisir Khanal erklärte, sein Land zahle „den maximalen Preis für eine globale Krise, die wir nicht verursacht haben“, und forderte China, die USA und Indien – die drei größten Treibhausgasemittenten der Welt – auf, „gefährdete Nationen zu entschädigen“. Die Ereignisse zeigen die Grenzen der Möglichkeiten Beijings auf, klimabedingte Gefahren in der im Umweltwandel befindlichen Himalayaregion  zu bewältigen. Für Beijing legt die Katastrophe außerdem das Spannungsfeld zwischen seinen Bestrebungen, seine Westgrenze zu entwickeln und zu „versicherheitlichen“, und zunehmenden Umweltrisiken offen.

"Die Tragödie wird Chinas Entwicklungspläne für Tibet behindern. Sie wirft weiterhin Fragen auf hinsichtlich der Priorisierung politischer Stabilität  gegenüber allen anderen politischen Problematiken in Chinas Grenzregionen – wie auch hinsichtlich des Umfangs lokaler Entscheidungsbefugnisse gegenüber wirtschaftlichen Entwicklungsplänen, die die Zentralregierung vorantreibt."
Daria Impiombato, Senior Analyst, MERICS

Medienberichte und Quellen:

Domain-Beschlagnahmungen zeigen Ausmaß von Chinas Auftrags-Hacking

Die US-Behörden haben eigenen Angaben zufolge Internetdomains beschlagnahmt, um chinesische Spionagekanäle zu schließen. Der Fall erhärtet Befürchtungen angesichts einer rasant wachsenden chinesischen Industrie des Auftrags-Hackings, in der private Unternehmen von der Regierung mit Cyberoperationen beauftragt werden. Laut dem US-Justizministerium nutzte die vom Unternehmen Nanjing Xinjiuwei Network Technology Co. beschäftigte, „staatlich geförderte Gruppe QTFY“ die Plattformen QScan und QRouter, um mit dem Internet verbundene Geräte weltweit automatisch aufzuspüren und zu kompromittieren. Anschließend seien diese Geräte verwendet worden, um verschleierte Angriffe durchzuführen.

Bereits 2024 hatte die Veröffentlichung zahlreicher Dokumente im Internet ein Schlaglicht auf die chinesische Auftrags-Hacking-Industrie geworfen. Daraus ging hervor, dass ein Unternehmen namens i-Soon Hacking-Fähigkeiten und gestohlene Daten an Regierungsbehörden verkaufte. Doch während i-Soon offenbar Provisionen für bestimmte Operationen oder Daten verlangte, scheint QTFY die Bereitstellung solcher Dienste ausgeweitet zu haben, zum Beispiel durch wiederverwendbare Werkzeuge, die Teile des Hacking-Prozesses automatisieren. Zu den Kunden von QTFY sollen das chinesische Ministerium für Staatssicherheit und die Volksbefreiungsarmee zählen; die Gruppe zielt ab auf „kritische Infrastrukturen“ wie die NASA, die US-Notenbank sowie den Senat.

"Der Fall QTFY sollte im Westen einige Alarmglocken läuten lassen. Kommerzielle Anbieter scheinen immer mehr Hacking-Funktionen zu automatisieren, was groß angelegte Operationen ermöglicht, während Beijing gleichzeitig die Möglichkeit behält, jegliche Beteiligung 'glaubhaft abzustreiten'." 
Ru-Tung (Elizabeth) Sun, Analystin, MERICS

Medienberichte und Quellen:

Mit harter Kante für Chinas Wirtschaftsmodell: Beijing rüstet sich für neue Handelskonflikte

China macht sich bereit für neue handelspolitische Auseinandersetzungen mit der EU und den USA; Beijing sendet klare Signale an das In- und Ausland, dass es sich auch durch die dabei zu erwartenden Herausforderungen, die Chinas produktionsintensives und exportorientiertes Wirtschaftsmodell treffen könnten, nicht einschüchtern lassen wird. Eine Ende August in der Chinesischen Volkszeitung veröffentlichte Artikelserie betonte wiederholt die Widerstandsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft und argumentierte, dass „die Erzeugnisse der chinesischen Fertigungsindustrie sich für Verbraucher wie Partner weltweit auszahlen“. Die Artikel erschienen unter dem Pseudonym Zhong Caiwen, unter welchem wichtige Standpunkte der von Xi Jinping geleiteten Zentralen Kommission für Finanz- und Wirtschaftsfragen bekanntgegeben werden.

Für Ende September wird ein Treffen zwischen Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump erwartet; zeitgleich rückt die von der EU gesetzte Oktoberfrist zu Fortschritten beim Handelsausgleich immer näher. Im Rahmen der in diesem Zeitraum steigenden Spannungen will Beijing offenbar die chinesische Öffentlichkeit auf einen Handelskrieg vorbereiten, während es zugleich alle ausländischen Befürchtungen hinsichtlich eines „China-Schocks 2.0“ zurückweist. Die schroffe Haltung, die bereits das chinesische Handelsministerium in seinem jüngsten Positionspapier zum „sogenannten Überkapazitätenproblem“ präsentiert hat, wird hierdurch noch unterstrichen. Ein weiteres Vorzeichen für den erhöhten öffentlichen Druck, mit dem Beijing offenbar rechnet, offenbarte sich auch während der aktuellen Woche beim Treffen der G20-Finanzminister. Dort warf US-Finanzminister Scott Bessent Beijing vor, eine gemeinsame Erklärung blockiert zu haben, in der Chinas Abhängigkeit vom Export kritisiert wurde. Er fügte hinzu: „Es ist unnachhaltig, dass nicht marktwirtschaftlich orientierte Volkswirtschaften einen unaufhörlichen Strom billiger Exporte auf den Markt bringen.“

"Im Vorfeld wichtiger Treffen mit den USA und der EU will China Selbstbewusstsein in Bezug auf sein Wirtschaftsmodell demonstrieren. Die Botschaft geht jedoch über ein rein diplomatisches Haltungsbekenntnis hinaus: China wird auf alle ausländischen Beschränkungen, die es als unangemessen empfindet, mit Gegenmaßnahmen reagieren."
Sophia Pradels, Analyst, MERICS

Medienberichte und Quellen:

MERICS CHINA DIGEST

Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong droht verlängerte Haftstrafe (CNN World)

Joshua Wong wird vorgeworfen, er hätte 2020 gemeinsam mit anderen Aktivisten geplant, zu internationalen Sanktionen gegen China und Hongkong aufzurufen. Der ehemalige Jungaktivist, der zu einem der führenden Köpfe der Hongkonger Demokratiebewegung aufstieg, leistet derzeit bereits eine fast fünfjährige Haftstrafe ab. Diese könnte sich nun um mehrere Jahre verlängern, nachdem er sich am Mittwoch in einem Fall zur Nationalen Sicherheit schuldig bekannt hat. (2.9.2026)

China setzt in aktualisiertem Verteidigungsgesetz auf fortschrittliche riegsechnologien (South China Morning Post)

China hat eine Änderung seines Gesetzes zur Mobilisierung der Landesverteidigung verabschiedet – die erste seit 16 Jahren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf neuen Technologien; Experten gehen davon aus, dass Bereiche wie künstliche Intelligenz, Drohnen, Cyberspace, Biotechnologie und Quantentechnologie einbezogen werden sollen. Das Gesetz definiert die Mobilisierung der Landesverteidigung erstmals offiziell als einen raschen Übergang vom Frieden zum Krieg, bei dem die wirtschaftlichen und sozialen Ressourcen des Landes in den Dienst der Landesverteidigung gestellt werden. (1.9.2026)

China warnt vor ‘Folgen’ angesichts Taiwanischer Anwesenheit beim Pacific Islands Forum (The Guardian)

China hat Bedenken bezüglich Taiwans Teilnahme als „Entwicklungspartner“ beim diesjährigen Pacific Islands Forum in Palau geäußert, und und vor möglichen ‚Folgen‘ gewarnt. Der australische Premierminister Anthony Albenese entgegenete gegenüber Journalisten: „Das Pacific Islands Forum entscheidet, was hier passiert - kein anderes Land.“ Diese Stellungnahme griff später auch der neuseeländische Außenminister auf. (1.9.2026)  

Ägypten will Xi-Besuch nutzen, um Gegengewicht zum Westen herzustellen (South China Morning Post)

Im Anschluss an den Gipfel der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) ist Xi Jinping nach Ägypten gereist, um den 70. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Peking und Kairo zu begehen. Die wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen der beiden Länder haben sich in den letzten Jahren vertieft. Da Ägypten bestrebt ist, seine Verteidigungsbeziehungen zu diversifizieren und seine Industrialisierung voranzutreiben, und China Ägypten als regionalen „Dreh- und Angelpunkt“ betrachtet, dürfte das Treffen die „umfassende strategische Partnerschaft“ beider Länder bekräftigen. (31.8.2026)

Finanzbeamter rückt in die Poleposition für das Amt des nächsten Bürgermeisters von Shanghai vor (South China Morning Post)

Zhu Zhongming, ein Finanzbeamter, wurde zum Sekretär der Kommunistischen Partei der Stadtverwaltung von Shanghai ernannt. Dies bringt ihn in die Position, der mögliche nächste Bürgermeister der Stadt zu werden. Beim nationalen Parteitag der Kommunistischen Partei in einem Jahr werden zudem voraussichtlich Posten an der Spitze der Führung in Shanghai frei werden;. dies könnte ihm den Aufstieg in noch höhere Ämter ermöglichen. (30.08.26)

KI-Doubles ersetzen chinesische Serien-Darsteller (Financial Times)

Kostengünstige KI-Programme zur Videoproduktion wie das Modell „Seedance 2.0“ machen chinesischen Schauspielern und Online-Influencern Konkurrenz. Im ersten Quartal 2026 waren 95% der 128.000 Kurzserien im chinesischen Internet KI-generiert. Die wirtschaftlichen Folgen dieses Trends könnten dramatisch sein. Chinas Videoindustrie beschäftigt 690.000 Mitarbeiter, doch für die Produktion einer drei- bis fünfminütigen Serie ist nun nur noch eine einzige Person - statt wie bisher fünf - erforderlich. (28.08.2026)

Taiwans Parlament lehnt Regierungsplan für Militärdrohnen ab und verabschiedet eigene Version (Reuters)

Taiwans Opposition hat den 210 Milliarden TWD-Plan der Regierung zum Kauf neuer Militärdrohnen abgelehnt und stattdessen einen eigenen Entwurf verabschiedet. Dieser begrenzt die jährlichen Ausgaben auf 40 Milliarden TWD. Die aktuellen weltweiten Konflikte haben Taipei hinsichtlich der wachsenden Bedrohung durch China gezeigt, wie wichtig unbemannte Waffen in der modernen Kriegsführung sind. Premierminister Cho Jung-tai erklärte, die Frage sei nicht, ob die Regierung zufrieden sei, sondern ob die Ausgaben für die Landesverteidigung ausreichen werden. (Anmerkung: 1 US-Dollar entspricht ca. 31,7340 Taiwan-Dollar) (27.08.2026)

Chinas industrielles Gewinnwachstum erreicht niedrigsten Stand in diesem Jahr (Bloomberg News)

Zum dritten Mal in Folge verlangsamte sich das Wachstum der Industriegewinne in China und fiel auf den bislang niedrigsten Stand in diesem Jahr. Chinesische Unternehmen geraten zunehmend unter Druck, da die Binnennachfrage weiter wie auch der Anstieg der Ölpreise weiter sinkt. Auch die weltweit steigende Nachfrage nach KI-bezogenen Produkten, von der China profitiert, kann diese Entwicklungen nicht abfedern. Die Unternehmen könnten dadurch noch vorsichtiger werden, was den negativen Konjunkturdruck verstärken würde. (27.08.2026)

Finanzschwache chinesische Städte nutzen Bußgelder als Einnahmequelle (Caixin Global)

Lokale Regierungen greifen zunehmend auf Bußgelder und die Beschlagnahmung von Vermögen zurück, um wachsenden finanzpolitischen Druck abzumildern. Aus den Daten für 279 Städte auf Präfekturebene aus den Jahren 2015 bis 2023 geht hervor, dass Beschlagnahmungen stetig zugenommen haben. Im Schnitt machten sie 14,7 % der lokalen nichtsteuerlichen Einnahmen in diesem Zeitraum aus. Die Abhängigkeit von Strafzahlungen schadet dem Geschäftsumfeld, da sie neue Unternehmen davon abhält, in anfällige Sektoren einzusteigen. (25.08.2026)

Chinas Jugendarbeitslosenquote im Juli auf 17,9 % gestiegen (Caixin Global)

Chinas Jugendarbeitslosenquote stieg im Juli auf 17,9 % und erreichte damit den höchsten Juli-Wert seit drei Jahren. Zwar korreliert der Anstieg der Quote während der Sommermonate üblicherweise mit den saisonalen Schul- und Hochschulabschlüssen, jedoch stieg die Arbeitslosigkeit unter Nicht-Studierenden im Alter von 16 bis 24 Jahren in diesem Juli gegenüber dem Juni um drei Prozentpunkte. Sie übertraf damit die Juli-Werte von 17,1 % im Jahr 2024 und 17,8 % im Jahr 2025. (20.8.2026)

China kritisiert EU-Untersuchung zum Übernahmeangebot von JD.com für deutschen Einzelhändler (Financial Times)

China hat eine EU-Untersuchung zu Subventionen als „unzulässige extraterritoriale Rechtausübung“ kritisiert  und droht mit Vergeltungsmaßnahmen, sollte die EU daran die Untersuchung fortsetzen. Chinas umsatzstärkster E-Commerce-Händler JD.com hatte im Juli letzten Jahres ein Übernahmeangebot für den deutschen Elektronikhändler Ceconomy in Höhe von 2,2 Mrd. Euro unterbreitet. Im Mai hatte die Europäische Kommission im Rahmen ihrer Verordnung über drittstaatliche Subventionen eine umfassende Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob unlautere Subventionen vorliegen. (20.08.2026)