How immigration is shaping Chinese society
Studie
China Monitor
25 Minuten Lesedauer

Wie Einwanderer die chinesische Gesellschaft verändern

Die Zusammensetzung der Ausländer, die nach China kommen, wird immer diverser. Während die Zahl der gutverdienenden Expats aus entwickelten Ländern ihren Zenit bereits überschritten hat, zieht China inzwischen mehr Studierende aus der ganzen Welt an als jemals zuvor, darunter auch aus weniger entwickelten Ländern. Auch der Zuzug von Geringqualifizierten und Heiratsmigranten steigt. Die großen Städte entlang der Küste ziehen Ausländer besonders an (Guangzhou, Shanghai und Beijing), ebenso wie Grenzregionen in Süd-, Nordost und Nordwestchina. Einige Ausländer zieht es auch in kleinere Städte. 

Der neue MERICS China Monitor “How Immigration is shaping Chinese society, den MERICS-Direktor Frank N.Pieke in Zusammenarbeit mit Kollegen von verschiedenen Universitäten und Institutionen verfasst hat, analysiert die Herausforderungen, welche die chinesische Regierung und die ausländischen Einwohner in China beschäftigen.

Die Autoren schreiben, dass China sich Ausländern gegenüber in den vergangenen zehn Jahren weniger entgegenkommend zeigt, insbesondere in Hinblick auf Grenzkontrollen, öffentliche Sicherheit, Visavergabe sowie Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen. Chinas Einwanderungspolitik ist geprägt von kleinteiligen Regularien, Bürokratie und wachsender Kontrolle. Vor allem richtet sich die offizielle Politik in erster Linie auf die Anwerbung hochqualifizierter Fachkräfte, Wissenschaftler, Unternehmer und Investoren. Es müssten jedoch auch langfristige Herausforderungen wie die demografische Entwicklung angegangen werden.

Die Autoren verweisen auch auf einen besorgniserregenden Trend zu Intoleranz gegenüber anderen ethnischen Gruppen, der sich aus einem wachsenden Nationalismus und ethnischen Chauvinismus speist. Sie sprechen sich dafür aus, dass die chinesische Regierung, die Zivilgesellschaft, ausländische Botschaften und Konsulate, die Arbeitgeber von Ausländern sowie in China vertretene internationale Organisationen klar Stellung zu Rassismus und Diskriminierung beziehen sollten. Chinas Einwanderungspolitik müsse die Integration von Ausländern in die Gesellschaft stärken und zum Beispiel klare Wege eröffnen, wie Ausländer einen dauerhaften Aufenthaltsstatus erlangen können. 

Sie können die komplette Studie hier online lesen oder als PDF herunterladen:

Autor(en)
Frank N. Pieke
Frank N. Pieke
Ehemaliger Direktor des MERICS (August 2018 bis Januar 2020)